Schach kann manchmal grausam sein...


Die Zusammenstellung der Mannschaft verlief diesmal erstaunlich problemlos: Alle Spieler bis auf Wolfgang Rathmann meldeten sich einsatzbereit, sodass der Mannschaftsführer aus dem Vollen schöpfen konnte. Auch die Opladener konnten vollständig antreten, was angesichts der grassierenden Grippe- und Erkältungswelle gar nicht so selbstverständlich war.

Anbetracht der jüngsten Opladener Erfolge, allem voran natürlich dem Sieg gegen SVG, waren wir hinlänglich gewarnt. Trotz teils erheblicher DWZ-Überlegenheit an den Brettern 3 bis 8 kein Grund, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen!

Als erster musste Karl-Heinz an Brett 1 nach etwas mehr als einer Stunde die Fahne streichen. Klaus Scharff hatte ihn im typischen Hurra-Stil am Königsflügel überrollt. Eine halbe Stunde später gelang mir dann an Brett 6 der Ausgleich, nachdem ich mit Qualitätsgewinn aus dem frühen Mittelspiel gekommen war.

Es entwickelte sich der erwartet enge Mannschaftskampf mit allen dramatischen Nebeneffekten, die Turnierschach so zu bieten hat: Klingelnde Handys, inkomplette Notationen, nicht gedrückte Uhren…  Alle Register wurden gezogen, wobei der Pfad der Fairness nie verlassen wurde. Alles kein Problem, wenn man unter Freunden ist…

Nach etwa zwei Stunden verlor dann Werner seine Partie an Brett 5, was so nicht in meiner Planung vorgesehen war. Das traf mich derart unvorbereitet, dass ich sogar zuerst ihm irrtümlich zum Sieg gratulierte. Das Missverständnis wurde umgehend aufgeklärt: 1-2 im Rückstand!

Ein rascher Rundgang zeigte folgende Situation: An Brett 2 waren erst 10 Züge absolviert, und Lennard sah sich in einem wohl durchaus als „misslungen“ zu bezeichnenden Königsgambit einem vorgerückten Zentrumsbauern gegenüber. Uwe hatte an Brett 3 zwei Bauern mehr und scheuchte den gegnerischen König mit Springer, Turm und Läufer über das freie Feld. Felix war an Brett 4 irgendwie eine Leichtfigur abhandengekommen, was sein vorgerückter Randbauer sicher nicht kompensieren konnte. Rolf Schimpf hatte an Brett 7 in ein Damenendspiel mit zwei Mehrbauern abgewickelt, und Ulrich blies an Brett 8 vehement zum Königsangriff. Unterm Strich: mehr als ein Mannschaftsremis war hier kaum noch zu erhoffen!

Rolf Schimpf erzielte wenig später den erwarteten Punkt zum 2-2-Ausgleich, und eine halbe Stunde später ging Ulrichs Gegner in bereits kritischer Stellung über die Zeit. Erstmals lagen wir also in Führung. Als dann kurz später Uwe nach beharrlichem Lavieren eine Springergabel gelang, stand es sogar 4-2 für uns.

Blieben noch die beiden „Problembretter“…

Felix‘ Problem erledigte sich gegen 23:00 Uhr, nachdem ein Damenschach auf der Grundlinie ihm in eh schon verlorener Position auch noch den Turm kostete. Eine sehr solide Leistung seines Gegners Ivo Kozmus, Hut ab! 4-3.

Und dann war da noch Lennard… Minusfigur, verlorene Stellung, eine knappe halbe Minute verbliebene Bedenkzeit, während sein Gegner noch mehr als 5 Minuten hatte: Wie lässt sich ein verlorenes Schachspiel besser charakterisieren? Michael Leichter hatte wirklich alle Trümpfe in der Hand, investierte einiges an Zeit in den Gewinn einer weiteren Leichtfigur und brauchte die Früchte seiner Arbeit nur noch ins Trockene zu retten. Dann: Fehlerhafter Turmzug, krachendes Turmopfer mit Mattangriff, Zeit, die in die Rettung des eigenen Königs investiert werden musste! Zu viel Zeit. Zeitüberschreitung.

Keiner der noch anwesenden Kiebitze und auch die beiden Kontrahenten selbst mochten es recht fassen: Der letzte Punkt ging tatsächlich noch an Bayer II! So ein Glück! So ein Pech! Schach kann manchmal wirklich grausam sein.

Fazit: Ein überaus packender Mannschaftskampf auf Augenhöhe. SV Opladen 22 lässt zwar beide Punkte in der Bürgerhalle, hätte aber die Punkteteilung mehr als verdient gehabt!

Manfred Birnkott

 

Br.

SC Bayer Leverkusen 2

-

SV Opladen 1

5 - 3

1

Sockel, Karl-Heinz 1877

-

Scharff, Klaus 1880

0 - 1

2

Prößdorf, Lennard 1717

-

Leichter, Michael 1973

1 - 0

3

Lahm, Uwe 1801

-

van Kempen, Heinz 1638

1 - 0

4

Liebsch, Felix 1732

-

Kozmus, Ivo 1620

0 - 1

5

Kies, Werner 1862

-

Heliosek, Wolfgang 1598

0 - 1

6

Birnkott, Manfred 1845

-

Teichmann, Thomas 1553

1 - 0

7

Schimpf, Rolf 1679

-

van Kempen, Susanne 1509

1 - 0

8

Liebsch, Ulrich 1687

-

Havlik, Attila 1297

1 - 0

 
 
 

Werner Kies (r.) unterliegt Wolfgang Heliosek. Kiebitz: Karl-Heinz Sockel.
 
 
Manfred Birnkott (r.) gewinnt gegen Thomas Teichmann. Dahinter: Wolfgang Heliosek.
 
 
Ulrich Liebsch (r.) holt einen vollen Punkt gegen Attila Havlik. Dahinter: Ersatz-Mannschaftsführerin Susanne van Kempen unterliegt Rolf Schimpf.
 
 

Uwe Lahm (r.) behält gegen Heinz van Kempen die Oberhand. Dahinter: Felix Liebsch (r.) gegen Ivo Kozmus.


Dramatischer Höhepunkt des Abends: Michael Leichter (l.) gegen Lennard Prößdorf.

 

   

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