Harter Kampf gegen glücklose Baumberger.


Es war diesmal alles andere als einfach gewesen, ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen: Uwe Lahm und Michael Axmann in Urlaub, Felix Liebsch mit kurzfristiger Absage wegen neuer Praktikumsstelle… Ohne drei Spitzenkräfte ging es in den Kampf gegen die in dieser Saison arg gebeutelten Baumberger. Zum Glück ist ja unsere Ersatzbank stark bestückt, und so rückten Ulrich Liebsch und Karl Pützkaul ins Team; aus der Dritten unterstützte uns Sebastian Lessing.

Die Baumberger hatten es in dieser Saison noch nie geschafft, ihre ersten Sechs geschlossen an die Bretter zu bringen. Gegen uns war das „natürlich“ der Fall! Lediglich die beiden hinteren Bretter zeigten DWZ-mäßig einen gewissen Abfall, aber das muss ja bekanntlich nicht viel heißen.

Pünktlich um 19:30 Uhr legten wir los - allerdings ohne Rolf Schimpf! Da der normalerweise immer frühzeitig vor Ort ist, begannen wir uns langsam Sorgen zu machen. Ein Anruf zu Hause ergab, dass er pünktlich aufgebrochen war. Eine halbe Stunde später traf er dann auch ein: Autounfall, wohl nicht allzu schlimm, aber sicher eine mentale Belastung! Man merkte ihm allerdings wenig davon an, und er begab sich auch gleich ans Brett.

Es würde sehr eng werden, das war wohl allen klar. Völlig überraschend kam für mich da das frühe Remis, das Ulrich gegen Dietmar Grottendieck vermeldete. Dauerschach. Obwohl das Ergebnis durchaus einkalkuliert und akzeptabel war, hatte ich doch auf eine etwas längere Partie gehofft.

Dass Rolf Schimpf zehn Minuten später ebenfalls remisierte, war nur allzu verständlich. Er war sicher froh, den frühen Heimweg antreten zu können.

Was mir ernsthaft Sorgen machte, war dann das Remis, das nach anderthalb Spielstunden an Brett 7 vereinbar wurde. Da hatte ich mir doch deutlich mehr erhofft, obwohl Marcel Kosinowski in dieser Saison schon einige Erfolge gegen nominell (d. h. DWZ-mäßig) deutlich stärkere Spieler herausgeholt hatte. Karl Pützkaul ist ein sehr guter Positionsspieler… Vielleicht sollte er in der nächsten Saison die Möglichkeit bekommen, seine Stärken ein paar Bretter höher auszuspielen. Dort sind Remisen in der Regel ja mehr wert.

Meine Laune war zu diesem Zeitpunkt nicht besonders. Ich selbst fühlte mich nach ungewohnter Eröffnung stark unter Druck, da mein Gegner mit seinen geballten Zentrumsbauern Unheil drohte. (Wie die Computeranalyse später zeigte, bestand aber eigentlich niemals wirklich Grund zur Besorgnis.) An Brett 1 hatte sich eine unklare Stellung ergeben, in der ich den Baumberger leicht im Vorteil sah. Lennard hatte in der Eröffnung „gezaubert“ und einen vorgerückten Mehrbauern auf der siebten Reihe, dem ich aber nicht allzu viele Überlebenschancen gab. Werner hatte an Brett 3 eine solide, offene Stellung mit einem gewissen Potential zum Explodieren. Sebastian an Brett 8 sah durchaus erfreulich aus, obwohl die gegnerische Stellung so gerade noch hielt.

Gegen 21:45 Uhr wurden sich an Brett 3 dann die Hände zum Remis gereicht. Es gab wohl noch einige Diskussionen über ausgelassene Gewinnchancen; wer aber wo die Entscheidung hätte herbeiführen können, habe ich nicht mitbekommen. Eine Viertelstunde später brachte auch Lennard einen halben Punkt unter Dach und Fach. Prima Leistung! Leider habe ich angesichts meiner engen Partie verpasst, wie es  seinem vorgerückten Bauern letztlich ergangen ist.

Kurzfristig dachte ich über das Angebot eines Mannschaftsremis nach, da wurde Sebastian  seiner Favoritenrolle gerecht und brachte uns mit 3,5-2,5 in Führung. Nun mussten die Dinge ihren Lauf nehmen! Ich sah mich noch immer im Nachteil, Karl-Heinz stand leicht verdächtig. Ich signalisierte ihm, dass ein Remis durchaus okay wäre. Allerdings wollte sein Gegner sich darauf nicht einlassen.

Als ich das nächste Mal einen Blick auf Brett 1 warf, sah es dort nach einer beiderseitigen Zeitnotschlacht aus: David Maciag hatte für die letzten 10 Züge noch 3 Minuten übrig, bei Karl-Heinz prangte eine 1:08 auf der Uhr. Verwundert stellte ich fest, dass er seelenruhig weiter seine Züge notierte. Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, dass bei ihm noch über eine Stunde zu Buche stand! Es kam, wie es kommen musste: David Maciag schaffte zwar noch gerade eben die Zeitkontrolle, aber zu dieser Zeit stand er schon klar auf Verlust. 4,5-2,5 für uns. Wer hätte das gedacht!

Beschwingt bot ich meinem Gegner zum zweiten Mal Remis an. Meine Stellung hatte sich deutlich verbessert. Ein gedeckter Freibauer auf der g-Linie beschäftigte die gegnerischen Figuren und kompensierte die starken schwarzen Zentrumsbauern. Nach einigem Nachdenken willigte mein Gegner schließlich ein.

Fazit: Ein Sieg gegen glücklose Baumberger, der die Tradition der engen Kämpfe zwischen unseren beiden Mannschaften lückenlos fortsetzt (s. Spielbericht der letzten Saison)! Damit stehen wir vor dem Showdown gegen die punktgleichen Königsspringer auf dem ersten Tabellenplatz! Die Baumberger schlagen sich in dieser Saison klar unter Wert und müssen versuchen, in der letzten Runde gegen Langenfeld noch entscheidend zu punkten, um den Abstieg in letzter Minute noch verhindern zu können.

Manfred Birnkott

 

Br.

SC Bayer Leverkusen 2

-

SC Baumberg 1

5 : 3

1

Sockel, Karl-Heinz 1877

-

Maciag, David 1889

1 : 0

2

Prößdorf, Lennard 1717

-

Woltering, Franz 1924

½ : ½

3

Kies, Werner 1862

-

Schmald, Nikolai 1839

½ : ½

4

Birnkott, Manfred 1820

-

Krause, Ingo 2022

½ : ½

5

Schimpf, Rolf 1679

-

Sicaja, Jozo 1693

½ : ½

6

Liebsch, Ulrich 1687

-

Grottendieck, Dietmar 1709

½ : ½

7

Pützkaul, Karl 1687

-

Kosinowski, Marcel 1391

½ : ½

8

Lessing, Sebastian 1657

-

Lestina, Jan 1374

1 : 0

 

   

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